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BürgerInnen besser vorab informieren

Würde mich freuen, wenn die Anwohnerinnen und Anwohner besser vorab informiert werden als am Holzplatz. Gern klassisch über Potwurfsendung, Infoständer oder ähnliches. Am Holzplatz stand plötzlich eine Absperrung und ein großer Laster von UPS.

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Nächster Vorschlag

Platz für Bänke, Bäume, BikeSharing und co

Mobilität ohne eigenes Auto schafft den Platz für mehr Grün!

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Zenettiplatz

Zenettiplatz - Mobilitätsstation UND Freiflächen - wie soll das gehen?

Der Zenettiplatz ist wirklich nicht besonders groß.
Ich kann mir daher nicht vorstellen, dass dann noch Freiflächen vorhanden sind, wenn dort Radstation, E-Ladesäulen und Carsharing hingebaut werden sollen.

Es spricht auch nicht wirklich für Bürgerbeteiligung, wenn einem solche Entscheidungen hingeknallt werden und anschließend nach den eigenen Ideen gefragt wird.

Den Zenettiplatz könnte man stattdessen kostenneutral aufwerten, wenn die Tumblingerstraße zur 30-Zone erklärt wird.

Kommentare

Moderationskommentar

Lieber Anwohner,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Wir können Ihre Bedenken gut nachvollziehen.

Tatsächlich kann durch eine Mobilitätsstation aber auch Platz entstehen: Die Leitidee für mehr Platz im öffentlichen Raum ist folgende: Viele Menschen besitzen ein Auto, nutzen es aber nur selten. D.h. es stehen viele Autos herum, werden aber kaum genutzt. Wenn sich mehr Menschen Pkws teilen würden, und diese Angebote besser verfügbar sind (an einer Mobilitätsstation), dann würden weniger Autos in den Straßen stehen und es gäbe mehr Grünraum und eine höhere Aufenthaltsqualität. Es entsteht Platz, da die Angebote an dieser Station auf einer kleineren Fläche, ein gleichwertiges Mobilitätsangebot darstellen. Vor dem Neubau an der südlichen Seite des Zenettiplatzes soll eine MVG Radstation errichtet werden inkl. E-Bikes sowie zwei E-Ladesäulen. Zwei Stellplätze werden fortan für Carsharing-Fahrzeuge ausgewiesen. Die andere Seite vor dem Altbau, könnte durch die Bürgerinnen und Bürger gestaltet werden, sofern diese es wünschen.

Das heißt, dass z.B. dort, wo jetzt am südlichen Zenettiplatz Parkplätze sind, zum Teil wieder Parkplätze wären - allerdings inkl. Ladesäulen für die Elektroautos. Auf einem anderen Teil würden die ausleihbaren E-Bikes stehen. Für die entstehenden freien Flächen im Norden gibt es noch keine Planung. Die Landeshauptstadt München möchte daher von den Anwohnenden wissen, welche Nutzung hier gewünscht ist. Auf der Quartierswerkstatt am 7. Oktober haben Teilnehmende erste Ideen entwickelt, wie die Aufenthaltsqualität dort erhöht werden könnte: Mehr Grün und Sitzgelegenheiten, die den Ort zu einem Treffpunkt für die Anwohnenden machen sowie eine Abschirmung (Pflanzenwand) zur stark befahrenen Tumblinger Straße, um etwas mehr Ruhe auf den Platz zu bekommen - das waren einige Stimmen, die von den Teilnehmenden kamen.
Was halten Sie von diesen Ideen?

Im Sinne einer offenen Diskussion steht es Ihnen natürlich offen, sich gegen eine Freiflächengestaltung auf dem Zenettiplatz auszusprechen und den Wunsch nach dem Erhalt der Parkplätze anzubringen.

Über Ihre Anregungen würden wir uns sehr freuen!

Beste Grüße,
Lukas Worgull (Moderation)

Lieber Herr Worgull,

besten Dank für die umfangreiche Erklärung des Konzeptes. Dies ist für mich nachvollziehbar als Initiative zur Förderung der Elektromobilität, wie sie von der Regierung versprochen wurde. (Aber kaum mehr.) Auch das Leitmotiv klingt logisch, hat aber einen eindeutigen Haken: Neu geschaffene Verkehrsfläche (wozu ich freiwerdende Parkplatzflächen und Verkehrsflächen durch Reduzierung der privaten PKW in Städten auch zähle) ziehen grundsätzlich neuen Verkehr an. Dies hat sich empirisch immer wieder bewiesen. Man kann zwar einige Bewohner der Innenstadt durch attraktive Alternativen dazu bewegen ihr eigenes Auto aufzugeben, dadurch strömen aber nur mehr Fahrzeuge aus dem Umland in die Stadt. (Oder können Sie mir versprechen, dass wenn ich mein Auto abmelde, ein städtischer Parkplatz gestrichen und ein Baum darauf gepflanzt wird?) In der Summe bleibt das Verkehrsaufkommen im MIV (motorisierten Individualverkehr) und die damit verbundene Belastung (Lärm, Luftverschmutzung, Gefahren) gleich. Mit dem kleinen Unterschied, dass ich dann selber kein eigenes Auto mehr habe. Darum frage ich Sie: Warum soll ich auf mein Auto verzichten, wenn sich dadurch meine Wohnqualität nicht verbessert, meine Flexibilität (und damit meine Lebensqualität) aber verschlechtert? (Wenn ich mein Auto selten nutze, dann liegt das schlicht an der Erkenntnis, dass MIV in der Münchner Innenstadt mittlerweile weitgehend sinnfrei ist. Ich erreiche alle Orte innerhalb des Mittleren Rings mit Rad oder ÖPNV besser und schneller.) Damit ich mein Auto abgebe muss ich schon auch erkennen, dass wirklich ernsthafte Maßnahmen getroffen werden, um die Lebensqualität in der Stadt nachhaltig zu verbessern.

Ich wohne nah am Zenettiplatz, die Fenster der Wohnung schauen auf die Tumblingerstraße. Ich habe also eine abgesicherte Meinung zum Verkehrsaufkommen im Schlachthofviertel. Bei geöffneten Fenstern ist es selten auszuhalten (bzw. man kann sich im Zimmer kaum unterhalten). Im Stoßverkehr schieben sich stets Kolonnen von überdimensionierten PKW durch die Straße, die allermeisten aus dem Umland, nur selten sitzen zwei Personen im Wagen, morgens reinwärts, abends rauswärts. In den Stunden mit weniger Verkehrsaufkommen erlebe ich eine Rennstrecke. (Hauptsache, noch irgendwie die Ampel am Zenettiplatz schaffen.) Nachts bringen dutzende Sattelschlepper Schweine und Rinder zum Schlachthof („Versandschlachtbetrieb“) und transportieren jeweils 2 Stunden später halbierte Tiere wieder ab. Dazwischen erreichen Taxen auf der Tumblingerstraße Spitzengeschwindigkeiten (vor allem nachts).

Ich bin mir sicher: Die von "city2share" vorgestellten Konzepte und Maßnahmen werden die Lebensqualität im Viertel nicht verbessern. Durch diese klassische Behandlung von Symptomen bleibt die Situation wie sie ist. (Der tatsächliche Umfang der Förderung von Elektromobilität ist doch sehr überschaubar.) Mein Eindruck ist, dass stets eine florierende Automobilindustrie als oberste Prämisse allen Handelns gesehen wird. Damit wird man aber keinen Wandel herbeiführen.

Natürlich können Sie eine Pflanzenwand aufbauen, um den Zenettiplatz von der Tumblingerstraße abzuschirmen. Aber was ist mit den Anwohnern in der Tumblingerstraße? Merken Sie was? Mit Ihrem Konzept kapitulieren Sie vor den existierenden Verkehrsbelastungen. Sie schaffen lediglich kleine grüne Blasen (nicht unähnlich zu „gated communities“). Sie sollten sich aber eigentlich für alle Bewohner des Viertels verantwortlich fühlen (und nicht nur für die teuren Neubauwohnungen am Zenettiplatz 1).

Sitzgelegenheiten auf dem Nordteil des Zenettiplatzes? Da kann ich Ihnen schon heute sagen, wer dort sitzen wird: Bierflaschen aus der Pizzeria.

Zwei Parkplätze, die für Carsharing-Fz ausgewiesen sind? Das klingt ein bisschen mager. Im Übrigen sind schon heutzutage häufig bis zu 20% der normalen Parkplätze mit „car2go“, „flinkster“ und „DriveNow“ belegt (weil viele dieser Fz stadtteilübergreifende Parklizenzen haben). Durch diese Maßnahme gibt es also lediglich zwei normale Parkplätze weniger.

Gerne nenne ich Ihnen meine Anregungen für mehr Lebensqualität in der Innenstadt:
MIV muss in Relation zu anderen Verkehrsträgern unattraktiver werden! Durch Ausweisung von mehr Tempo-30-Zonen; Ausbau der Radwege und stärkere Verlagerung auf die Straße (Viele Trottoirs im Viertel sind so schmal, dass es völlig unverständlich ist weshalb immer noch Fußgänger, Kinderwägen, Kinder auf Fahrrädern und Radler dort gebündelt werden. In solchen Fällen gehören Radler endlich offiziell auf die Straße.); ein E-Mobilitätskonzept für Taxen (Die verlassen eh selten die Stadt und haben somit kein Reichweitenproblem); Verbesserung des ÖPNV (attraktivere und mehr P&R-Plätze in Stadtrandgebieten und bis in die Umlandgemeinden, dichtere Takte, mehr Flexibilität bei den Größen der Linienbusse, günstigere Fahrscheine); Zufahrtsbeschränkungen in die Innenstadt (zahlungspflichtig oder abhängig von der Personenzahl im Fz).
Muss es denn erst zum echten Kollaps kommen, damit man umdenkt?

Ich finde es sehr erfreulich, dass es mit Initiativen wie „city2share“ ein Sprachrohr für die Steigerung der Lebensqualität in Innenstädten gibt. Ich finde es aber sehr ärgerlich, wenn unter diesem grünen Label lediglich Symptombehandlung stattfindet, damit vor allem ganz andere Interessensgruppen mit den Maßnahmen konformgehen.
Die Stadtbewohner sind der wichtigste Bestandteil einer Stadt.

Beste Grüße,
ein Anwohner